Zwischen Warteliste und WG-Casting
Wer zum Wintersemester ein Studium in München, Köln oder Frankfurt , steht meist vor einem Problem, mit dem Studium selbst wenig zu tun hat: Er braucht eine Unterkunft. In den großen Universitätsstädten ist die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum seit Jahren deutlich größer das Angebot. Die Plätze in den Wohnheimen der Studierendenwerke sind , und auf den Wartelisten stehen nicht selten mehrere Tausend Namen.
Viele Studierende deshalb auf Wohngemeinschaften aus. Doch auch hier ist die Konkurrenz groß: Auf eine einzige Zimmeranzeige in einem beliebten Viertel melden sich oft mehr als fünfzig . Wer zu einem WG-Casting eingeladen wird, sollte sich gut , denn die Mitbewohner entscheiden häufig innerhalb Minuten, ob jemand zu ihnen . Nicht wenige Suchende besuchen in den ersten Wochen ein Casting nach dem anderen. Hilfreich ist eine kurze, persönliche Nachricht, in man sich vorstellt und erklärt, warum man sich genau dieses Zimmer interessiert.
Besonders schwierig ist die Lage für internationale Studierende. Sie können Besichtigungstermine vor ihrer Ankunft kaum und verfügen oft nicht die Unterlagen, die Vermieter verlangen, etwa eine der Eltern oder einen über ein regelmäßiges Einkommen. Hinzu kommt, manche Anbieter die Notlage ausnutzen: Sie fordern für Wohnungen, die gar nicht existieren. Die Verbraucherzentralen raten daher dringend davon ab, Geld zu überweisen, man die Wohnung gesehen und den Mietvertrag unterschrieben hat.
Welche Möglichkeiten bleiben also? Ein Zimmer zur Zwischenmiete kann die ersten Wochen , auch wenn es teuer ist und man meist nur wenige Monate bleiben kann. Einige Hochschulen außerdem Notunterkünfte oder beteiligen sich an Programmen, bei Studierende günstig bei älteren Menschen wohnen und ihnen im Gegenzug im Alltag helfen. Ein Blick ins Umland lohnt sich ebenfalls: In kleineren Orten sind die Mieten häufig erheblich niedriger, und mit dem Semesterticket ist die Fahrt zur Hochschule meist ohne zusätzliche Kosten möglich.
Fest steht: Je früher man mit der Suche beginnt, desto größer sind die Chancen. Wer bereits nach der Zulassung aktiv wird, erspart sich zum Semesterbeginn viel Stress.